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Schlank sein reicht nicht! Eine gute Figur ist noch lange keine Garantie für einen gesunden Ernährungszustand.

Eine junge Frau achtet sehr auf ihre Linie. Sie frühstückt einige Scheiben Knäckebrot ohne Butter oder Margarine, allenfalls mit ein wenig Diätkonfitüre bestrichen. Mittags gibt es eine große Schüssel Blattsalat (eines der am meisten überschätzen Lebensmittel), der selbstverständlich ohne Öl angemacht ist, abends bereitet sie sich ein Stückchen mageren Fisch oder mageres Fleisch zu. Kartoffeln, Reis, Nudeln und Brot kommen als Dickmacher erst gar nicht auf den Tisch. Um Fette aller Art macht sie einen großen Bogen. Sie ist sehr stolz auf ihre Selbstdisziplin, fühlt sich attraktiv und fit. Ist sie aber nicht - jedenfalls nicht letzteres.

 
Adipöse Normalgewichtige
Ein Widerspruch? Nein! ,Adipös' ist der Begriff für fettleibig. Ein schlanker Mensch, der sich unzureichend ernährt und keinen Sport treibt, hat oft ein unausgewogenes Verhältnis von Muskelmasse zu Körperfett: zu viel Fett und zu wenig Muskeln.
 

Eine Klientin berichtet neidisch von ihrem Ehemann, der überhaupt keine Probleme mit seinem Gewicht habe. Er frühstückt Brötchen mit Leberwurst und Schinkenwurst, zum Mittag isst er bei der Arbeit ein belegtes Brot mit Käse, abends gibt es eine normale Mahlzeit, Gemüse mag er nicht so sehr. Chips, Flips und Co gehören anschließend als fester Bestandteil zum Abendprogramm. Sein Gewicht ändert sich seit Jahren nicht, er ist zufrieden mit sich selbst und sieht nicht im Geringsten ein, dass mit seiner Ernährung etwas nicht stimmt.

Die junge Frau möchte ich blind einen Mangel an fettlöslichen Vitaminen (A,D,E und K) bescheinigen, ebenso eine völlig unzureichende Zufuhr an lebenswichtigen (essentiellen) Fettsäuren. Die Eiweißversorgung dürfte nicht ausreichen, sie wird die gewünschte Menge von 30 Gramm Ballaststoffen schwerlich erreichen. Auch wenn Obst, Salat und Gemüse auf ihrem Speiseplan zu finden sind, wird sie es nicht schaffen, die notwendigen Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen in dem wenigen Essen unterzubringen. Sie fährt in aller Seelenruhe ihren Grundumsatz herunter, der einen Einstieg in den gefürchteten Jo-jo-Effekt bedeuten kann. Sie riskiert einen Muskelabbau und ein schwaches Immunsystem.

Der Mann im zweiten Beispiel hat eine zu hohe Aufnahme an ungünstigen gesättigten Fettsäuren, an noch ungünstigeren Transfettsäuren. Demgegenüber steht eine unzureichende Versorgung mit Vitaminen und Mineralstoffen, Ballaststoffe finden sich kaum in seinem Tagesplan.  Auch bei ihm ist das Immunsystem geschwächt, die entsprechenden Vitamine und Mineralstoffe fehlen. Gefährdet sind die Blutfettwerte, die ein Risiko für eine Arteriosklerose darstellen. Die hohe Fett- und Fleischaufnahme begünstigt Krebserkrankungen.
 
Ich plädiere hier nicht für Übergewicht!!!
 

Natürlich ist ein BMI im Normalbereich wichtig! Aber der Bereich geht von 18,5 bis 24,9, und das ist eine weite Spanne. Beispielsweise ist eine 1,70 große Frau mit einem Gewicht von 70 kg normalgewichtig. Besonders junge Leute orientieren sich stets an den unteren Werten und fühlen sich schnell ,zu dick', obwohl der BMI-Wert etwas anderes sagt.

Gesund ernähren heißt:

  • BMI im Normalbereich halten
  • Eiweiß, Fett und Kohlenhydrate in einem ausgewogenen Verhältnis und in guter Qualität aufnehmen
    • Kohlenhydrate aus Reis, Nudeln, Kartoffeln, Brot und nicht aus Süßigkeiten, Kuchen und Marmelade
    • Fett aus Fisch, Rapsöl und Olivenöl, Nüssen und weniger aus Fleisch, Wurstwaren und Käse
    • Eiweiß ist wichtig, aber es gibt auch ein ,zuviel': Mehr als 2 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht sollten es nicht sein. Ein Mann mit einem Gewicht von 80 kg sollte maximal 160 g Eiweiß aufnehmen. Ausreichend sind 64 g.
  • Vollkornprodukte für eine ausreichende Ballaststoffzufuhr und wichtige Vitamine
  • Gemüse!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Soviel man will!!!
  • Obst in sinnvollen Maßen (2 Portionen am Tag reichen)
  • Ab und zu Fleisch, gerne Fisch
  • Nicht um jeden Preis Fett sparen! Den Fettrand vom Schinken braucht niemand, aber Rapsöl und Olivenöl gehört regelmäßig auf den Tisch, ebenso fettreicher Fisch wie Lachs, Hering, Makrele, Thunfisch. Ohne Fett nehmen wir keine fettlöslichen Vitamine auf.

So, und nun das Entscheidende:

Regelmäßig Bewegen, ausreichend schlafen, Stress reduzieren, nicht rauchen, wenig Alkohol trinken, sich wohl fühlen!

Sie sehen, schlank sein reicht einfach nicht!

 
     
     
     
 
© 2005-2010 BALANCE,
Birgit Junghans
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